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Corona-Weihnachten: Tipps für die sichere Familienfeier

9 Dez

Corona-Weihnachten: Tipps für die sichere Familienfeier

Dortmund. Stefan Winkler lebt seit rund fünf Jahren in der Nähe von Stuttgart. Sein Job bei einem privaten Sicherheitsunternehmen machte damals einen Umzug aus seiner Heimatstadt im östlichen Ruhrgebiet nötig. Bislang kam er damit gut zurecht, besuchte seine Eltern und Geschwister regelmäßig. Vor allem zu den Familienfeiern wie Ostern und Weihnachten reiste er aus dem Süden der Republik an, um im Kreise seiner Liebsten ein paar besinnliche Tage zu verbringen.

In diesem Jahr fällt der Besuch flach. Auch wenn Stefan Winkler selbst bisher von einer Ansteckung verschont geblieben ist, hat er viel zu viel Angst seine Eltern mit dem Corona-Virus zu infizieren. So verantwortungsvoll wie er denken viele in diesen Zeiten. Dazu kommt die Corona-Schutzverordnung, die ihrerseits strenge Kontaktbeschränkungen beinhaltet und so Zusammenkünfte erschwert.

Zwar gelten für die Weihnachtsfeiertage (bis einschließlich den 1. Januar) Lockerungen , doch eine kurzfristige Verschärfung schwebt wie ein Damoklesschwert (siehe Sachsen ab 14.12.) über uns. Da die Feierlichkeiten zudem mit zahlreichen Vorbereitungen verbunden sind und aktuell niemand Planungssicherheit haben kann, verzichten viele gleich ganz auf ein Treffen – um sich so vor einer noch größeren Enttäuschung zu schützen.

Für diejenigen, die absolut nicht auf ein Familientreffen zu Weihnachten verzichten wollen, haben wir ein paar Tipps zusammengeschrieben, damit die Feierlichkeiten möglichst sicher über die Bühne gehen können.

Im Vorfeld:

Einkaufen: Ist die Gans im Ofen, der Rotwein geöffnet und warten die Geschenke unterm Weihnachtsbaum darauf, von kleinen, aufgeregten Kinderhänden geöffnet zu werden, sind offensichtlich alle Vorbereitungen erfolgreich von statten gegangen. Das freut den Gastgeber. Bis es soweit ist, galt es allerdings einige Klippen zu umschiffen. Denn auch bei den Vorbereitungen auf das Fest lauern zahlreiche (Corona-) Gefahren. Vor allem beim Einkaufen. Je näher der 24. 12. rückt, desto voller werden die Geschäfte. Fleischtheke, Getränkemarkt, Weihnachtsbaumverkauf: Überall stehen Menschen in schier endlosen Schlangen und es herrscht ein Gedränge wie samstagabends auf dem Oktoberfest. Da mittenmang zu sein, gilt es unbedingt zu vermeiden.

Viele lokale Händler haben inzwischen Online-Shops eingerichtet. Kaufen Sie nach Möglichkeit dort ihre Geschenke und Lebensmittel ein; lassen Sie sich die Getränke vom Lieferdienst bringen und verzichten Sie auf einen Baumkauf am Supermarkt. Wer einmal seinen Nordmanntanne oder Blaufichte selbst geschlagen hat, wird es immer wieder tun. Denn so kommt man nicht nur gefahrlos an seinen Weihnachtsbaum, sondern liefert seiner Familie noch ein unterhaltsames Outdoor-Event.

Freiwillige Quarantäne: Puuh, das kommt hart. Wer absolut sicher gehen will, dass er zum Familienbesuch „coronafrei“ anreisen kann, sollte sich in freiwillige Quarantäne begeben. Zehn bis 14 Tage sollten es allerdings schon sein, um eine Infektion bei sich auszuschließen.

Coronatests: Nicht wenige Menschen werden darüber nachdenken, kurz vorm Fest einen Corona-Test machen zu lassen, um so sicher zu gehen, dass sie nicht mit dem Virus infiziert sind. Doch die Sache hat einen gravierenden Haken. Weder die so genannten Schnelltests noch die deutlich genaueren PCR-Tests liefern diesbezüglich eine wirkliche Garantie. Der Grund: Das Virus vermehrt sich zu Beginn der Infektion nur sehr langsam und befällt häufig nur einzelne Bereiche der Atemwege. Ins Reine gesprochen bedeutet das: Wer laut Test heute coronafrei ist, muss es morgen noch lange nicht sein.

Bei der Feier:

Die größte Gefahr für eine Ansteckung mit dem Virus besteht in geschlossenen Räumen. Die Aerosole, die das Virus transportieren, entstehen vor allem beim Sprechen, Lachen, Husten oder Singen. So kann die familiäre Weihnachtsfeier auf engstem Raum schnell zum Corona-Hotspot mutieren. Um das Risiko einer Infektion zu verringern, gibt es aber einige einfache Regeln (die den meisten sicher schon aus den Ohren rauskommen, aber, was muss das muss):
1. Lüften Sie regelmäßig den oder die Räume, in denen Sie sich aufhalten.
2. Halten Sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Familienmitgliedern ein.
3. Versuchen Sie die Gruppen, die sich gemeinsam in einem Raum aufhalten, möglichst klein zu halten.
4. Auch wenn es schwerfällt: Tragen Sie auch innerhalb der Räume möglichst eine Maske!
5. Nutzen Sie für das gemeinsame Essen stets den größten Raum des Hauses, auch wenn die Gemütlichkeit darunter leidet und die Weihnachtsgans nicht so lecker schmeckt wie sonst.

Alternativen: Nicht jedes Treffen muss zwangsläufig innerhalb der Wohnung stattfinden. Statt im wohl geheizten Wohnzimmer sein Käffchen zu schlürfen, kann man die gemeinsame Zeit doch alternativ im Freien verbringen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die heimische Terrasse schnell in einen heimeligen Platz verwandeln. Baum raus, Jacke an, Mütze auf. In der einen Hand der Becher Glühwein, in der anderen die Bratwurst im Brötchen und für jeden eine Tüte selbstgemachter gebrannter Mandeln. Dazu Weihnachtslieder aus der Konserve und flugs ist sie fertig, die romantische Weihnachtsmarkt-Atmosphäre. So lässt es sich trefflich dem Corona-Alltag entfliehen und ganz nebenbei das Weihnachts-Fest 2020 zu einem echten (einmaligen) Erlebnis werden.

Gottesdienste:
Für viele Gläubige gehört der Besuch eines Gottesdienstes an Heiligabend oder den Weihnachtstagen zu gelungenen Festtagen unbedingt dazu. Besondere Anziehungskraft auf Familien haben die traditionellen Krippenspiele. Um nicht ganz auf diese beliebten Veranstaltungen verzichten zu müssen, verlegen die Kirchengemeinden vielerorts ihre Krippenspiele daher kurzerhand nach draußen und entzerren sie. Durch eine Vorführung an mehreren Stationen werden sowohl die Schauspieler als auch die Besucher vor einer möglichen Infektion geschützt.

Aber auch auf die klassischen Gottesdienste in Kirchen wollen die christlichen Gemeinden nicht verzichten. Allerdings sollen einige Regeln herrschen. So werden die Plätze streng limitiert und ein Besuch wohl nur nach vorheriger Anmeldung möglich sein.

Derjenige, dem diese Schutzmaßnahmen noch nicht sicher genug scheinen, er jedoch nicht auf einen Gottesdienst verzichten will, sollte bei seiner Gemeinde nach Alternativen fragen. So verlegen beispielsweise Gemeinden ihre Weihnachtsgottesdienste gleich ganz nach draußen, buchen Autokinos oder setzen auf die digitale Variante, in dem sie ihre Messe per Internet in die Wohnzimmer ihrer Mitglieder bringen.

Die in den Bundesländern aktuell gültigen Coronaregeln finden Sie hier:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198