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BVMS-Mitglieder begleiten Hilfskonvoi für Kriegsopfer

15 Mrz

BVMS-Mitglieder begleiten Hilfskonvoi für Kriegsopfer

Nürnberg. Als sich BVMS-Vorstand Lars Müller gemeinsam mit Pascal Böhm, Chef vom Sicherheitsdienst Gundel & Böhm, sowie einem elfköpfigen Helfer-Team am Donnerstagabend (10. März) auf den Weg in Richtung ukrainische Grenze machte, sei ihm „schon etwas mulmig zumute gewesen“. Denn da wurde ihm klar: Am Ende der Fahrt ist man dem Krieg ganz nah. Davon abhalten den Hilfskonvoi zu begleiten, konnte ihn das ungute Gefühl jedoch nicht.

Zwei LKW voll mit Hilfsgütern

Rund 16 Stunden war der Konvoi bestehend aus zwei LKW sowie zwei leeren Bussen unterwegs, bevor das Ziel, eine Kleinstadt im äußersten Osten Polens unmittelbar an der Grenze zur Ukraine, erreicht war. Im Gepäck hatten die Helfer aus Deutschland rund 100 Paletten mit Hilfsgütern ür die Opfer des schrecklichen Krieges. Die Spenden stammten von Unternehmen und Privatpersonen aus der Metropolregion Nürnberg. „Wir haben nur Dinge mitgenommen, die auch wirklich gebraucht werden“, betont Lars Müller. Vor allem aus Medikamenten, Isomatten und Powerbanks habe die Ladung bestanden. „Aber auch Trinkwasser und haltbare Nahrungsmittel hatten wir für die Menschen dabei“, erklärt Müller. Sämtliche Hilfsgüter des Konvois aus Mittelfranken wären anschließend an eine lokale Hilfsorganisation übergeben worden, die dann „den Weitertransport in die Ukraine organisiert hat“, erklärt Müller.

Schwer beeindruckt sei er von der Hilfsbereitschaft und der Solidarität für die Opfer des Krieges, betonte der BVMS-Vize durchaus emotional angefasst. Auf der gesamten Fahrt in Richtung ukrainische Grenzen hätten die Blau-Gelben Landesfarben der Ukraine dominiert; hätte er unzählige Fahrzeuge gesehen, voll mit Hilfsgütern oder voll mit Menschen, die in Sicherheit gebracht wurden. „Das waren Autos und Kleinbusse aus aller Herren Länder.“ Selbst aus Spanien und Portugal hätten sich Leute auf den langen Weg gemacht, um Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet zu holen. Neben der Dankbarkeit hätte man allerdings bei kurzem Blickkontakt auch in vielen Augen der Geretteten die schrecklichen Erlebnisse der vergangenen Wochen sehen können. „Man konnte förmlich spüren, wie traumatisiert diese Menschen sind.“

 

Umso wichtiger sei die enorme Hilfsbereitschaft. Denn auch die polnische Kleinstadt an der Grenze war voll mit Freiwilligen. „Egal wohin man ging, traf man auf Menschen, die die Opfer des Krieges mit in den sicheren Westen nehmen wollten“, beschreibt Müller die Situation. Weniger schön sei es hingegen gewesen, dass zahlreiche internationale Medienvertreter vor Ort gewesen seien, die ständig versucht hätten, Geflüchtete vor ihre Mikros oder Kamera zu bekommen. „Daher haben wir komplett auf den Kontakt zu den Kriegsopfern verzichtet“, so Müller weiter, „wir wollten auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass wir Kriegstouristen seien.“

Rund 80 Frauen und Kinder mit Bussen in Sicherheit gebracht

Entsprechend hätte man es auch einer Hilfsorganisation überlassen, diejenigen Menschen auszuwählen, für die die beiden leeren Busse des fränkischen Konvois gedacht waren. „Rund 80 Frauen und Kinder konnten so in die Region Nürnberg und damit in Sicherheit gebracht werden“, sagt der 38-Jährige spürbar erleichtert. Auch wenn die Helfer aus Nürnberg keinen Kontakt zu den Kriegsflüchtlingen hatten, so erreichte sie doch deren Dank, wie Müller erklärt: „Die Dame von der Hilfsorganisation richtete uns aus, dass alle Geretteten sehr froh darüber seien, dass wir Ihnen die Weiterreise nach Deutschland ermöglicht hätten.“

 

Nachdem Müller nun Gelegenheit hatte, die Eindrücke der 48-stündigen Hilfsaktion ein paar Tage sacken zu lassen, könne er sich gut vorstellen Teil einer weiteren Hilfsaktion zu werden, wie er versichert: „Zwar ist aktuell nichts geplant, aber das anfänglich mulmige Gefühl ist der Gewissheit gewichen, dass man wirklich etwas bewegen kann.“