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Corona-Testpflicht: Klaus Bouillon sieht enorme Herausforderungen für Unternehmer

13 Apr

Corona-Testpflicht: Klaus Bouillon sieht enorme Herausforderungen für Unternehmer

Dortmund. Die Bundesregierung verpflichtet Unternehmen dazu, jedem Mitarbeiter, der sich nicht im Homeoffice befindet, einen Corona-Test pro Woche zur Verfügung zu stellen. Angestellte, die viel Kundenkontakt haben, sollen sich sogar zwei Mal die Woche testen lassen können. Eine Verpflichtung für Arbeitnehmer diese Tests auch durchführen zu lassen, sieht der Gesetzesentwurf aber wohl nicht vor.

Skepsis gegenüber genereller Testpflicht

Selbstverständlich sehe er ein, dass jeder seinen Teil dazu beitragen müsse, die Corona-Pandemie möglichst zügig in den Griff zu bekommen, erklärt BVMS-Präsident, Klaus Bouillon. Einer generellen Testpflicht für Unternehmen, steht er allerdings äußerst skeptisch gegenüber. Denn durch eine derartige Verpflichtung entstünden enorme Herausforderungen für die eh schon von der Pandemie gebeutelten Unternehmen. „Sowohl logistisch als auch wirtschaftlich und vor allem rechtlich sehen wir dadurch enorme Probleme auf uns zukommen.“

Personal muss extra geschult werden

Schließlich müsse zu allererst einmal Personal geschult werden, damit die Tests überhaupt durchgeführt werden können. „Das kostet“, so Klaus Bouillon, „und nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit.“ Was für große Unternehmen noch machbar scheint, sei für KMU hingegen „realitätsfern“, so Bouillon weiter.

Förderung über die Überbrückungshilfe III

Doch nicht nur die Schulung von Personal würde die Unternehmen wirtschaftlich weiter unter Druck setzen. Richtig teuer werden die Tests selber. Denn die Kosten dafür, so sieht es der Regierungsentwurf vor, bleiben allein bei den Arbeitgebern hängen. „Das ist absolut inakzeptabel. Selbst wenn man unter Umständen eine finanzielle Förderung über die Überbrückungshilfe III erhalten kann, müssen die Unternehmer erst einmal in Vorkasse.“

Verfügbarkeit ist ein Problem

Dazu geselle sich das Problem der Verfügbarkeit. Aufgrund der immensen Nachfrage, sei es derzeit gar nicht so einfach, an ausreichend Tests zu kommen, so der BVMS-Präsident. „Ob und wie sich die große Nachfrage auf die Preise auswirkt, bleibt ebenfalls abzuwarten.“

Wie umgehen mit den Testmuffeln?

Das größte Problem sieht Klaus Bouillon allerdings im rechtlichen Bereich. Denn klar sei derzeit, „dass ich keinen meiner Mitarbeiter dazu zwingen kann, sich testen zu lassen. Das ist arbeitsrechtlich nicht zulässig.“ Doch was tun mit Testmuffeln? Sie bei vollen Bezügen von der Arbeit freizustellen, sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht reiner Selbstmord, betont Klaus Bouillon; sie einfach weiter zu beschäftigen aber ebenfalls keine Option. Schon alleine nicht aus Rücksicht auf diejenigen, die sich regelmäßig testen lassen würden. Doch wo ist der Ausweg aus diesem Dilemma.

Testpflicht derzeit Muster ohne Wert

Da unter den derzeitig vorherrschenden rechtlichen Rahmenbedingungen keine anderen Lösungen zur Verfügung stünden, „muss der Gesetzgeber festlegen, dass Testverweigerer ohne Lohnfortzahlung freigestellt werden können“, fordert Bouillon. „Ansonsten ist die Testpflicht ein Muster ohne Wert.“