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Dreiste Diebe klauen 170 Bierfässer

6 Mai

Dreiste Diebe klauen 170 Bierfässer

KÖLN. Daran, dass Hafthor Bjornsson, besser bekannt als „The Mountain“ aus der Serie „Game Of Thrones“, keine Rolle in unserem dritten Fall aus der Reihe „Skurrile Geschichten aus der Welt der Versicherungen“ gespielt hat, besteht kein Zweifel. Allerdings hätte man durchaus auf die Idee kommen können. Schließlich hält der muskelbepackte Isländer den Weltrekord im Bierfasshochschleudern – und wäre so perfekt geeignet gewesen, einer der Protagonisten zu sein.

Kontrollgänge alle zwei Stunden

Der Fall: Ein Sicherheitsdienstleister hatte den Objektschutz einer Brauerei übernommen. Jede Nacht zwischen 23 und 5 Uhr sollten insbesondere das Außengelände und die dort gelagerten, leeren Aluminium-Bierfässer bewacht werden. Vereinbart waren unregelmäßige Kontrollgänge durch einen Mitarbeiter alle zwei Stunden. Angesetzt war für jede Runde eine Dauer von etwa 60 Minuten – inklusive des Anlaufens vorgegebener Kontrollpunkte.

Allerdings hielt sich der eingesetzte Wachmann wohl nicht an diese Vorgaben. Ansonsten hätte er mitbekommen können, dass dreiste Diebe eines nachts 170 leere Bierfässer vom Brauerei-Gelände klauten. Denn für den Diebstahl – das ergaben Ermittlungen der Polizei – brauchten die Leergut-Langfinger rund zwei Stunden. Der wirtschaftliche Schaden belief sich immerhin auf gut 13.000 Euro. Ein hübscher Stundenlohn für die Ganoven.

Wachmann lief regelmäßig Kontrollpunkte nicht an

Der Verdacht, dass der eingesetzte Wachmann seinen Dienst nicht ordnungsgemäß verrichtet hatte, erhärtete sich anschließend schnell – und das nicht nur in der Tatnacht. „Die Überprüfung seiner Kontrollprotokolle ergab, dass er die Kontrollpunkte bereits in zahlreichen Nächten vor der Tat nicht angelaufen, sondern seine Schicht eigenmächtig bereits um Mitternacht beendet hatte“, erklärt Bernd Schäfer vom BVMS-Kooperationspartner, ATLAS Versicherungsmakler für Sicherheits- und Wertedienste.

Dieser Fall zeigt, wie wichtig es für einen Auftraggeber ist, sich einen seriösen und zuverlässigen Sicherheitsdienstleister mit im Boot zu haben. Eine genauere Analyse DURCH DEN VERSICHERER???? ergab nämlich nicht nur eine mindestens unprofessionelle Einstellung des eingesetzten Wachmanns, sondern auch, dass dessen Arbeitgeber seine Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht hatte.

Sicherheitsdienstleister unterliefen gleich mehrere Fehler

Dem Sicherheitsdienstleister unterliefen nämlich gleich mehrere Fehler: Zum einen versäumte er natürlich, die Kontrollprotokolle des auf der Brauerei eingesetzten Mitarbeiters zu überprüfen. Zum anderen hatte er aber auch für das Objekt und dem damit verbundenen Bewachungsauftrag nur ein mangelhaftes Sicherheitskonzept erstellt.

So waren die Kontrollpunkte dermaßen schlecht gewählt, dass es nicht möglich war, von dort aus das gesamte Freigelände einzusehen. Außerdem unterließ er es, seinem Auftraggeber eine zusätzliche Videoüberwachung zu empfehlen. Die wäre aufgrund der Gegebenheiten auf dem Brauereigelände jedoch absolut sinnvoll gewesen, ergab die Analyse.

Sicherheitsdienstleister haftet für den Schaden

Zwar stellte sich die Frage, inwiefern der Diebstahl bei einer ordnungsgemäßen Durchführung der Kontrollgänge festgestellt worden wäre. Da dies jedoch nicht geschehen war, war es auch nicht möglich, den Sicherheitsdienstleister zu entlasten. Das brachte letztlich für ihn die Konsequenz mit sich, dass er für den Schaden haftbar gemacht wurde.

Allerdings kam er mit einem blauen Auge davon, musste die 13.000 Euro nicht aus eigener Tasche berappen. Beim Abschluss seiner Haftpflichtversicherung war der Unternehmer nämlich offenbar aufmerksamer als beim Verrichten seiner Dienstleistungen: „Im Vertrag war auch das ‚Abhandenkommen bewachter Sachen‘ mitversichert“, erklärt Bernd Schäfer, „daher übernahm seine Haftpflichtversicherung letztlich den Schaden.“