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JHV des BVMS: Bewegende Begegnungen in Berlin

20 Jun

JHV des BVMS: Bewegende Begegnungen in Berlin

Berlin. Gleich mehrfach Grund für eine Gänsehaut gab es auf der 6. Jahreshauptversammlung des BVMS in Berlin. Für die Mehrzahl der Teilnehmer, die in die Hauptstadt gereist waren, bot sich seit langem die erste Gelegenheit zu einer echten face-to-face-Kommunikation mit Kollegen und Verbands-Mitstreitern. Die Freude und Erleichterung darüber, dass wir in den vergangenen Wochen einen großen Schritt in Richtung Normalität gemacht haben, war jedem einzelnen, in jedem Gespräch zu anzumerken. Und von diesen Gesprächen gab es entsprechend viele und intensive.     

Wo sonst häufig gezögert wird, ein noch nicht ganz so vertrautes Gesicht anzusprechen, war der Wunsch nach persönlichem Kontakt so groß, dass selbst die Zurückhaltenden ihre Scheu über Bord warfen und sich in verbale Getümmel stürzten. So entstand in kleinen und größeren Runden das, worum es bei solchen Treffen auch geht: erfolgreiches Netzwerken.

Selbstverständlich ist der Broterwerb stets ein Thema bei Unternehmern. Allerdings gibt es Situationen, gibt es Anlässe, bei denen das Geschäftliche absolut in den Hintergrund tritt. Einen derartigen Anlass gab es auch in Berlin. Für den Donnerstag vor der JHV (10.6.) hatte BVMS-Vizepräsident, Michael Wronker ein Rahmenprogramm organisiert, dass es emotional absolut in sich hatte: Beim Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen verschlug es den Teilnehmern gleich haufenweise die Sprache; stellten sich die Härchen an den Armen auf und es herrschte beinahe durchgängig betretenes Schweigen ob der perfiden Methoden, mit denen die Staatssicherheit den Insassen über Jahre hinweg zugesetzt hatte.  

Seelische und körperliche Grausamkeiten in einem Umfeld, das alleine schon ein Trauma hervorzurufen im Stande ist, waren in der Vollzugsanstalt an der Tagesordnung und dienten ausschließlich dazu, die Häftlinge zu brechen und sie so wieder „politisch auf Linie“ zu bringen. Methoden, die aus heutiger Sicht kaum vorstellbar sind. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass Hohenschönhausen erst nach dem Mauerfall geschlossen und somit ein Schlussstrich unter dieses dunkle Kapitel der DDR-Geschichte gezogen wurde. 

Nicht weniger Wirkung entwickelte die anschließende Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt. Eine Stadt die viele Geschichten, vor allem aber Geschichte zu erzählen hat. Egal ob die Berliner Mauer, der Grenzübergang Checkpoint-Charly oder die architektonischen Spuren der Nationalsozialistischen Herrschaft: Berlin quillt über vor historischen Höhepunkten.
Beinahe konterkariert wird die Historie der von ihrer modernen Lebensart. Sobald man den Bus verlässt spürt man den schnellen Puls einer Welt-Metropole. Englisch ist inzwischen die meistgenutzte Sprache in den Szenevierteln wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder das Altstadtquartier rund um die Hackeschen Höfe.  

Der Freitag (11.6.) stand dann ganz im Zeichen der Hauptversammlung. Im großen Saal des Hotel Titanic Chaussee trafen sich die Verbandsmitglieder um eine Vielzahl von Themen abzuarbeiten. Satzungsänderungen, Wahlen, Ehrungen und vor allem die Vorstellung des von der BVMS-Tarifkommission entworfenen Tarifvertrags nahmen viel Zeit in Anspruch, so dass die Tagung deutlich länger dauerte als geplant. Eine Investition, die sich aber gelohnt hat, schließlich galt es die Weichen für den Verband in die richtige Richtung zu stellen.  

Es ist inzwischen eine schöne Tradition, dass die Tage der Hauptversammlung mit einem Coaching-Day geschlossen werden. So auch diesmal. Gut 20 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um sich von Michael Proch (monatele GmbH) fit machen zu lassen in Sachen Ausschreibungen. Bei dem achtstündigen Seminar erfuhren die Teilnehmer Basics aber vor allem Tricks und Kniffe, um künftig erfolgreicher an Ausschreibungen teilnehmen zu können.

Fotos: Sebastian Meyer.