E-Mail info@bvms.net
Telefon 0800 - 33 10 230
Sie erreichen uns in der Zeit von Mo. - Fr. 9.00 - 17.00 Uhr
LOGIN Mitgliederportal

Lars Müller begibt sich auf internationales Parkett

14 Apr

Lars Müller begibt sich auf internationales Parkett

Nürnberg. Der Corona-Krise etwas Positives abzugewinnen, ist ja nahezu unmöglich. Selbst für die größten Optimisten. Dennoch gibt es sie, diese Geschichten, die zeigen, dass alles, wirklich alles, auch immer seine guten Seiten hat. Mögen sie auch noch so schwer zu finden sein.

Nein, nein. Bitte nicht falsch verstehen. Lars Müller, Inhaber des Nürnberger Sicherheitsdienstes SDN, spendet keinen Beifall für die Auswirkungen, die die Corona-Krise auf uns alle hat und schon gar nicht ist er jemand, den man in Verdacht haben könnte, sich als Krisengewinnler positionieren zu wollen. Dennoch lässt Müllers Aussage, sein neuester beruflicher Coup wäre ohne die Corona-Krise so wohl nicht möglich gewesen, aufhorchen. Doch eins nach dem anderen.

Erfolgreiche und fruchtbare Kooperation

Schon seit geraumer Zeit pflegt Lars Müller eine erfolgreiche und fruchtbare Kooperation mit der Münchner Modus 106 GmbH und der Innsbrucker Gesellschaft für Sicherheit und Service Austria Holding mbH (GfS). Während die Modus 106 auf Personenschutz spezialisiert ist, betätigt sich die GfS hauptsächlich im Veranstaltungsschutz.

Nun sei es so gewesen, dass sich der bisherige Inhaber der beiden Unternehmen, Martin Franke, „aus dem ersten Glied zurückziehen wollte“, erklärt Müller und entsprechend einen Nachfolger für sich in den beiden Unternehmen gesucht habe. Aufgrund der bestehenden vertrauensvollen und langjährigen Zusammenarbeit waren sich die beiden Geschäftspartner schnell einig: Müller übernimmt das Ruder. In beiden Unternehmen steht er seit dem 1. März offiziell an der Spitze. Über die Details des Deals vereinbarten die beiden Unternehmer Stillschweigen.

Zwei weitere zeitintensive Posten

Doch worin liegt der Reiz für jemanden, der bereits ein florierendes Unternehmen mit inzwischen rund 150 Mitarbeitern führt, sich gleich zwei weitere zeitintensive Posten ans Bein zu binden und wie will er das Ganze eigentlich organisieren? Beginnen wir mit dem zweiten Teil der Frage. Denn die Antwort darauf führt uns zurück zum Anfang dieser Geschichte. „Da hat mir Corona wirklich in die Karten gespielt“, betont Lars Müller. Schließlich habe die Pandemie ja dazu geführt, dass die digitale Kommunikation einen extrem hohen Stellenwert erhalten habe – und von allen entsprechend forciert und intensiviert wurde.

So habe auch Müller diese Technik genutzt und beinahe alle Verhandlungen in Sachen Modus 106 und GfS per Videoschalte geführt. „Selbstverständlich muss man sich ab und an auch mal vor Ort sehen lassen, aber vieles lässt sich inzwischen problemlos online erledigen.“ Abgefedert würden die kommenden Belastungen für ihn außerdem dadurch, dass es bei der Modus 106 mit Daniel Kersten einen zweiten Geschäftsführer gebe und ihm bei der GfS mit Kerstin Schäffer eine kompetente Prokuristin zur Seite stehe. „Das erleichtert mir die Sache ungemein.“

Personenschutz auf „High Level“

Kommen wir nun zu Teil eins unserer Frage: Worin liegt der Reiz für den 37-Jährigen bei der neuen Herausforderung? Wie erwähnt, ist die Modus 106 auf Personenschutz spezialisiert, also in einer Sparte der Branche tätig, in der es, wie kaum einer anderen, extreme Qualitätsunterschiede gibt. „Die Modus 106 bewegt sich diesbezüglich jedoch im Premiumsegment. Dort sind nur absolute Profis beschäftigt. Die meisten von ihnen verfügen über einen behördlichen Background“, lässt Müller durchblicken, das ihn der dort vorherrschende „High Level“ überzeugt habe.

Die Motivation bei der GfS einzusteigen, sei hingegen eine ganz andere, erklärt er. Zum einen sei es sehr reizvoll für ihn gewesen, sich auf internationales Parkett zu wagen und zum anderen betätige sich die GfS in spannenden Bereichen: „So übernimmt das Unternehmen unter anderem bei großen Sport-Events wie Skispringen, Eishockey und auch Fußball den Veranstaltungsschutz.“

Ausbildungsstandard nach Vorbild der deutschen Gewerbeordnung

Aber Lars Müller wäre nicht Lars Müller, wenn er nur über Business nachdenken würde. Denn so gut und erfolgreich er auch als Geschäftsmann unterwegs sein mag, nie verliert er das große Ganze aus dem Blick. Während in Deutschland der Zugang zur privaten Sicherheitsbranche mit der Unterrichtung oder der Sachkundeprüfung nach § 34 a zumindest an eine Mindestqualifikation geknüpft ist, sucht man in Österreich derartige Bedingungen vergeblich. „Dort reicht eine Überprüfung durch die Sicherheitsbehörden und schon kann man in der Branche arbeiten“, weiß Lars Müller.

Bei der GfS möchte Müller daher einen Ausbildungsstandard nach dem Vorbild der deutschen Gewerbeordnung implementieren und so eine Vorreiterrolle für die gesamte Branche in Österreich einnehmen. Kein einfaches Unterfangen, aber jemanden, der wie Müller anpacken kann und zudem Visionen hat, ist es durchaus zuzutrauen, auch diese Herausforderung zu meistern.