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„SiKo Ruhr“: NRW-Innenminister sagt Clankriminalität Kampf an

10 Dez

„SiKo Ruhr“: NRW-Innenminister sagt Clankriminalität Kampf an

DÜSSELDORF. In der jüngeren Vergangenheit hat die Polizei in NRW vermehrt zum Schlag gegen die Clankriminalität ausgeholt. Nun zieht Innenminister Herbert Reul noch einmal die Daumenschrauben an: Mit Hilfe einer neuen, behördenübergreifende Dienststelle soll die Bekämpfung der Clankriminalität in der Metropolregion Ruhr noch effizienter werden, heißt es in einer Mitteilung aus dem NRW-Innenministerium.

Wichtiger Baustein bei der Bekämpfung

Bei der „Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clankriminalität“ („SiKo Ruhr“) sollen Vertreter von Polizei, Kommunen, Zollbehörde, Bundespolizei und Finanzverwaltung, Informationen sammeln sowie Maßnahmen gegen Clankriminalität bündeln und koordinieren. „Die SiKo Ruhr wird deutschlandweit einmalig. Hier treffen Kompetenz auf Wissen, Kenner der lokalen Szene auf kriminalistische Strategen. Sie wird ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung dieser Form der Kriminalität“, sagte Minister Herbert Reul am 10. Dezember bei der Vorstellung der Dienststelle in Essen.

Das Projekt wird im Rahmen der Ruhr-Konferenz umgesetzt. Der Minister stellte die Behörde gemeinsam mit dem Essener Polizeipräsidenten Frank Richter sowie dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Andreas Jung, und dem Beigeordneten für Sicherheit und Recht der Stadt Duisburg, Paul Bischof vor.

Stärke des Rechtsstaates erkannt

„Wir haben in Essen und Mülheim an der Ruhr die besten Erfahrungen in der engen Zusammenarbeit aller staatlicher Institutionen gemacht und dabei festgestellt, wie stark ein Rechtsstaat sein kann, wenn alle Partner ihre Möglichkeiten im Sinne eines gemeinsamen Ziels einbringen. Mit der Umsetzung unserer Projektidee erwarte ich einen Quantensprung bei der Bekämpfung der Clankriminalität im Ruhrgebiet“, sagte Frank Richter.

Die Ergebnisse und vernetzten Arbeitsweisen sollen als „Blaupause“ auch für andere Städte und Regionen bundesweit dienen. Die Dienststelle wird auch präventiv tätig. Gemeinsam mit Pädagogen, Sozialarbeitern und Wissenschaftlern sollen Aussteigerprogramme und Modelle entwickelt werden, die Kindern und Jugendlichen Wege aus dem Clanmilieu aufzeigen. „Wir erwarten hier keine schnellen Erfolge. Das ist komplettes Neuland und Grundlagenforschung in einem sehr schwierigen Umfeld. Aber immerhin: Wir säen. Und wir hoffen, irgendwann auch zu ernten“, so Reul.

Startschuss fällt Mitte 2020

Geplant ist, dass die „SiKo Ruhr“ Mitte nächsten Jahres ihre Arbeit aufnimmt. Sie soll aus einem kleinen, festen Mitarbeiterstab von etwa zehn Personen bestehen. Je nach Lage und Bedarf sollen andere Institutionen „Verbindungspersonen“ benennen und entsenden. „Niemand darf erwarten, dass sich diese über Jahre gefestigten Strukturen jetzt wie von Zauberhand in Luft auflösen. Was ich verspreche: Wir werden in dem Punkt nicht nachlassen“, sagte Reul.

Infos und Foto Innenministerium NRW