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Tarifabschluss „ein völlig falsches Signal“

18 Feb

Tarifabschluss „ein völlig falsches Signal“

NRW. Nachdem sich die Tarifparteien ver.di und BDSW trotz intensiver Verhandlungen nicht auf einen neuen Lohntarifvertrag für Nordrhein-Westfalen einigen konnten, entschlossen sie sich die Landesschlichterin Yvonne Sachtje einzuschalten. Nach Verhandlungen, die bis in die frühen Morgenstunden des 11. Februars gingen, sprach die Tarifexpertin gegenüber den beiden Streithähnen am 11. Februar eine Schlichtungsempfehlung aus.

Lineare Lohnerhöhung

Diese Empfehlung sieht eine lineare Lohnerhöhung für alle Lohngruppen (außer die Lohngruppen A 4a) und 4b) sowie Werkfeuerwehr) um 1,95 Prozent ab dem 1. März 2021 und ab 1. Januar 2022 um weitere 3,3 Prozent auf den Grundlohn vor. Der Lohn für Mitarbeiter in der Werkfeuerwehr und der Lohngruppen A 4a) und 4b) erhöht sich – ebenfalls linear – um 5 Prozent.

Als ein „völlig falsches Signal“ bezeichnet BVMS-Präsident, Klaus Bouillon, den Abschluss. Allerdings nicht, weil er den Sicherheitsdienstmitarbeitern die Lohnsteigerung nicht gönnen würde, sondern aus einem anderen Grund hält er die Sprünge für zu hoch. Seiner Ansicht nach würde durch die beschlossenen Lohnerhöhungen die Absicht, die Qualität in der Branche insgesamt zu erhöhen – unter anderem mit dem geplanten Sicherheitsdienstleistungsgesetz – konterkariert. „Wie soll ich jemanden eine zwei- oder dreijährige Ausbildung schmackhaft machen, wenn er mit einer Sachkundeprüfung als Revierfahrer ähnlich gut verdient wie eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit bestandener Prüfung?“.

Erhöhung erst im März gültig

Merkwürdig findet der stellvertretenden Leiter der Regionalgruppe West im BVMS, Attila Bodo, vor allem, dass die Tariferhöhung erst im März gültig wird. „Das ist sehr untypisch. Normalerweise werden die Verträge rückwirkend wirksam. Dadurch erhöht sich der Lohn real ja dann nur um 1,6 Prozent für das laufende Jahr“, sieht er in dem Abschluss durchaus eine Augenwischerei.

Aber auch pragmatische Probleme bringe diese späte Einigung seiner Ansicht nach mit sich. Denn selbstverständlich müsse man die Lohnsteigerungen an die Auftraggeber weitergeben. Erfahrungsgemäß zeigten die aber wenig Verständnis dafür, dass sie im laufenden Jahr plötzlich mit höheren Kosten für Sicherheitsdienstleistungen konfrontiert würden. Jedes seriöse Unternehmen habe ja bereit zum Ende eines laufenden Jahres schon einen Plan für das kommende und der beinhalte auch eine Prognose für Investitionen und Kosten. „Wenn wir dann mitten im Jahr plötzlich mit einer Preisanpassung kommt sind die verständlicher Weise not amused“, so Attila Bodo.