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Ärzte fordern: Beten statt Knipsen

21 Nov

Ärzte fordern: Beten statt Knipsen

Gaffen ist ein krudes Phänomen, das sich durch die digitalen Medien zu einem abscheulichen Hype entwickelt hat. Nicht nur dass es moralisch verwerflich ist, Unfälle und Verletzte oder gar Tote zu fotografieren oder zu filmen und die Bilder im Internet zu veröffentlichen: nein, die Gaffer bringen durch ihr Verhalten sowohl sich als auch andere  ebenfalls in Gefahr. Darum legt sich der Gesetzgeber jetzt ins Zeug – und droht mit härteren Strafen.

Im ARD-Morgenmagazin betonte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, dass sie das Gaffen bei Unfällen zur Straftat erklären will. „Es muss deutlich werden, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt.“

Fotografieren und Veröffentlichen von Unfällen gar nicht geht

Auch der Bund der katholischen Ärzte (BKÄ) findet, dass das Fotografieren und Veröffentlichen von Unfällen gar nicht geht, wie sie in einer schriftlichen Mitteilung erklären.

Allerdings werfen Sie die Frage auf, ob man nur mit einem verschärften Bußgeldkatalog die Mentalität und die Fotografiersucht der Menschen ändern könne? Sie glauben nicht und schlagen daher eine konstruktive Lösung vor: Und zwar sollte man – so ihre Idee – „die Energie der zu aufmerksamen, gaffenden Bürger direkt umwandeln in eine hilfreiche, positive Tat, eine Alternative zum Fotografieren, nämlich die Entscheidung für ein kurzes Gebet.

Unterschiedliche Zielgruppen für die kurzen Fürbitten

Dabei hat die Ärzte-Organisation unterschiedliche Zielgruppen für diese kurzen Fürbitten im Auge. So könne man selbstverständlich für die leidenden Unfall- und Notfallopfer beten. Aber genauso gut und sinnvoll sei ein Gebet für die Rettungskräfte, Notärzte und Angehörigen oder im Todesfall für die Seele des unerwartet Verstorbenen.

Der Bund Katholischer Ärzte sieht hier eine ehrenhafte Aufgabe für die Medien, die Kirche, die Politiker, die Gesellschaft, statt verzweifelter Verbote und Strafen jetzt vielmehr eine geistig-geistliche Hilfe zu fordern und einüben zu lassen.