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Bodycams sollen Polizisten besser vor Gewalttätern schützen

7 Okt

Bodycams sollen Polizisten besser vor Gewalttätern schützen

KÖLN. Sie wurden getestet und für gut befunden: Noch unter dem damaligen Innenminister Ralf Jäger wurden 2017 zahlreiche Streifenteams aus fünf Polizeibehörden in NRW für einen Pilotversuch mit hochauflösenden Kameras, so genannten Body-Cams, ausgestattet. Das Projekt diente dazu, die deeskalierende Wirkung der Digitalkameras im Dienstalltag zu testen.

Ruhestörung oder häusliche Gewalt eskalierten immer öfter

Gerade alltägliche Einsätze bei Ruhestörung oder häuslicher Gewalt eskalierten immer öfter und die Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei nehme ebenfalls zu, hieß es 2017. Mit Hilfe der Kameras – so die Idee – sollten Pöbler und Gewalttäter abgeschreckt werden, da ihre Übergriffe jetzt aufgezeichnet würden.

Die mehr als zweijährigen Testphase haben die kleinen Geräte offenbar mit Bravour bestanden. Das bestätigte eine wissenschaftliche Analyse des Pilotprojektes. Daher teilte Jägers Nachfolger, Herbert Reul, jetzt mit, dass „die nordrhein-westfälische Polizei flächendeckend Bodycams einführt“.

9.000 Streifenpolizisten in NRW erhalten Bodycams

Bis Ende 2020 will das Land insgesamt rund 9.000 Kameras anschaffen. Mit den Geräten, die deutlich sichtbar an den Uniformen befestigt sind, können die Streifenpolizisten heikle Einsatzsituationen auf Video aufzeichnen. „Die Kameras können kritische Situationen im Streifendienst entschärfen. Und das schützt die Polizistinnen und Polizisten direkt vor Übergriffen“, sagte Minister Herbert Reul bei der Präsentation der Bodycams in Köln.

Land investiert sieben Millionen Euro

Ganz hoch im Kurs steht bei dem Projekt, in das das Land sieben Millionen Euro investieren wird, der Datenschutz: Daher würden die Aufnahmen der Bodycams direkt nach dem Dienst auf lokale Rechner übertragen. Dort bleiben sie anschließend 14 Tage und können zur Verfolgung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten als Beweismittel zum Einsatz kommen. „Wenn wir die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit Bodycams ausstatten, dann brauchen wir auch moderne Rechner und neue Software, um die Bilder zu verwerten. Das alles muss außerdem den höchsten Sicherheitsstandards des Datenschutzes entsprechen“, erläuterte Reul die hohen Kosten.

Modernisierungsoffensive des Innenministeriums

Die Bodycams sind Teil der Modernisierungsoffensive des Innenministeriums. Erst Anfang des Monats hatte Reul den Startschuss für die Ausstattung der Polizeibeamten mit Smartphones gegeben. In der vergangenen Woche vereinbarte das Innenministerium zudem eine Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.